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Chevrolet Camaro ZL1 Cabrio: Eine Blockrunde mit dem Ladenhüter

Wo andere Camaros in Wohlen vorfahren und ebensoschnell wieder wegfahren, ist ein roter Chevrolet Camaro ZL1 ein Ladenhüter. Stellt sich die Frage: Warum?

«Was ist mit dem ZL1», frage ich auf dem Hof in Wohlen.

«Ne, ist ein Neuwagen. Denn kannst du nicht durchtesten», sagt Marketingleiter Benny Reinhold.

Dieses Gespräch wiederholt sich im Laufe eines halben Jahres beinahe wöchentlich. Denn da steht ein knallroter Chevrolet Camaro ZL1 6.2 V8 Cabrio mit Automatik-Getriebe, der sich einfach nicht bewegt. Freilich, er wird dann und wann wieder umparkiert. Manchmal steht er nahe am Eingang, manchmal hinten bei der Durchfahrt zum Werkhof. Andere Camaros bewegen sich da weit mehr. Der andere rote Camaro, den ich als Kunstwerk bezeichnet hatte, ist nur wenige Tage nach der Publikation meines Artikels verschwunden. Da war ein grauer Camaro, der so schnell einen neuen Besitzer gefunden hat, dass Benny und ich im Wesentlichen nur eine Kaffeetasse lang haben drüber nachdenken können, was wir mit dem anstellen könnten bevor das Auto von der Werkstatt fit für einen Besitzer gemacht wurde. Der ZL1 aber bleibt.

Was stimmt mit dem ZL1 nicht?

Eine Testfahrt soll zeigen, weshalb er schon seit September 2017 in Wohlen steht. Aber Achtung: Selbst wenn jetzt das gut/schlecht-Spielchen folgt, das du aus Review-Texten kennst, das ist kein vollständiges Review. Es ist nicht möglich während zwei Stunden und etwa 50 Kilometern fahrt irgendeine Art Tiefgang und Analyse hinzukriegen. Generell gilt: Ein Review beginnt da, wo ein Auto langweilig wird, der Reiz des Neuen verschwunden ist. Daher folgen jetzt einige unreflektierte Eindrücke. Ferner schulde ich dir den Disclaimer, dass ich eine komplett unraisonable und kindliche Liebe für American Muscle habe.

Der Gummi auf der Strasse

Es ist endlich Zeit für eine Testfahrt. Da der Camaro noch ein Neuwagen ist, sind so wenige Kilometer wie möglich gefragt, mit so vielen Alltagsverkehrssituationen wie möglich. Bei der Routenplanung wird schnell klar: Das läuft auf eine Fahrt durch die Stadt Zürich an einem Samstag raus. Etwas, das kein normaler Mensch je tun sollte. Schon unter der Woche ist die Verkehrsführung der Stadt Zürich etwas, das ziemlich sicher von einem Misanthropen auf Kokain geplant wurde. Ich beschliesse, mit einer Freundin eine Tour von Brockenhaus zu Brockenhaus zu machen. Denn es gibt kaum etwas, das auf Papier beknackter klingt als mit einem Camaro zum Brockenhaus zu fahren.

Chevrolet Camaro ZL1 Cabrio: Eine Blockrunde mit dem Ladenhüter - Auto Kunz AG 1
Gummi geben…

Die Hinterräder drehen durch. Schon zwei Sekunden nach dem Einstellen der Sitze stelle ich fest, dass der Camaro Kraft hat. 650 PS sind nicht nichts, aber da sind noch einige Newtonmeter dahinter, die die Kraft in den Teer hauen. Ich rate dir dazu, die Reifen zu ersetzen, wenn du den Camaro kaufst. Nicht, weil die aktuellen abgenutzt sind, aber sie haben die Tendenz, durchzudrehen.

Anfahren mit dem Camaro, das lerne ich später im Zürcher Seefeld, geht so:

  • Eine Sekunde warten
  • Gas vorsichtig antippen
  • Wenn der Camaro sich bewegt, mehr Gas geben

Wenn du zu grosszügig mit dem Gas bist, dann kann es vorkommen, dass das Heck dir ausreisst. Nicht weit, aber doch genug, um Beifahrern einen Schrecken einzujagen. Daher: Vorsicht mit dem Gas und du wirst nie Probleme haben. Der Camaro tuckert auch bei 120 friedlich vor sich hin und denkt sich so «Ist das alles? Echt? Komm, da geht mehr.»

Seitwärts parkieren für Anfänger

Der ZL1 ist ein Ziegel. Er ist zwar niedrig, aber lang und breit. In der Zürcher Klingenstrasse muss ich dann seitwärts einparken. Ich mag seitwärts einparken pauschal schon mal nicht, auch mit einem Hyundai Tucson mag ich das nicht. In einem langen und breiten V8 mit Beschleunigungsproblemen erst recht nicht.

Ich erinnere mich an die Fahrschule. Nahe an den rechten Rand, voller Einschlag, 45-Grad-Winkel, einfahren bis Hinterrad über der Linie, voller Einschlag in die andere Richtung und das sollte das sein.

Die Rückfahrkamera des Camaros hilft und während ich mir eine mehrminüntige Grossübung vorstelle, wie ich den ZL1 in den Parkplatz kriege stelle ich fest, dass der Camaro bereits parkiert ist. Sauber in den Linien und alles. Okay, nicht ganz sauber, denn die rote Karre ist etwas breiter als das Parkfeld. «Soll gelten», sage ich und wir gehen ein Bild kaufen, auf dem zwei adrette Frauen im 19. Jahrhundert gezeichnet sind.

Der Stauraum, der fehlt

Erfolg. Das Bild sieht gut aus. Die Frage nun, ob das Gemälde auch in den Kofferraum des Camaros passt. Die Verwirrung ist aber gross. Denn egal, wie lang das Cabrio auch sein mag, der Kofferraum ist winzig. Irgendwo ist das Verdeck versorgt. Da geht halt Platz für Stauraum drauf. Die Rückbank ist gross genug für eine französische Bulldogge mit Liebe für Autos, aber sonst wenig.

Wo geht all der Platz hin? Der Camaro ist aussen grösser als innen, wie es scheint. Ein Verdeck braucht Platz, ja, aber so viel Platz? Chevy hätte sich da irgendwas überlegen können. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass da irgendwo ein grösserer Hohlraum im Auto ist.

Denn auch für den Tank braucht der Camaro nicht viel Platz. Hier nervt der rote 6.4-Liter. American Muscle ist nie besonders ökologisch und ökonomisch mit Benzin. Vernünftige American Muscles haben daher einen grossen Tank. Mit einem Mustang verbringst du viel Zeit an der Tankstelle und das ist ein 5.0-Liter-V8.

Der ZL1 ist durstig. Sehr durstig. Die Fahrt von Wohlen nach Zürich und dann bisschen durch die Stadt kostet etwa den halben Tank. Bevor ich Kofferraum möchte, möchte ich mehr Platz für Benzin. Also der imaginäre Hohlraum irgendwo im Auto müsste mit Tank gefüllt werden, nicht mit Stauraum.

Nach zwei Stunden und einer absolut epischen Fahrt über eine Brücke, ist der Zauber dann vorbei. Der ZL1 geht zurück auf den Hof. Dort steht er jetzt wieder und wartet. Worauf, das weiss ich auch nach der Testfahrt nicht. Aber auf jeden Fall auf einen neuen Besitzer. Denn Autos im Allgemeinen und der Camaro ZL1 im Speziellen, wurden nicht gebaut um auf den Plätzen der Auto Händler herumzustehen. Nein, diese Fahrzeuge sind besser in der freien Wildbahn aufgehoben. #breakfree